Trans*-Spezies in freier Wildbahn

von genderwasteland

Anhand ihrer Verhaltensstrategien mit der jeweils natürlichen sozialen Umgebung lassen sich unter Trans-Menschen mehrere Spezies unterscheiden.

(1) der Profi: Was den Historiker*innen ihre professionellen Zeitzeug*innen, ist dem Sozialwissenschaftler der hauptberufliche Trans-Mensch. Kommt in politischer (Lebensziel: gesellschaftliche Umstrukturierung der Geschlechterverhältnisse) und unpolitischer (Hobby: Klagen über Diskriminierungsverhältnisse) Variante daher. Verbreitet exzessiv Links zu Tagungen und Workshops, neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen über das männliche und weibliche Gehirn und/oder Trans-Rechten in aller Welt. Über seine Vergangenheit und seinen OP-Status sind alle Facebook-Freund*innen bestens und aktuell informiert. Hat oft ausgeprägte Sozialphobie bezüglich Nicht-Trans*-, FLTI- und Queer-Veranstaltungen entwickelt.

(2) der Dissoziierte: Führt zwei verschiedene Freundeskreise innerhalb und jenseits der queeren Welt. Benutzt häufig mehrere Namen. Erzählt wöchentlich detailreich auf Youtube über Alltag, Sex und Operationen, verbittet sich aber, auch nur subtilste Andeutungen über seinen Trans-Status auf Facebook zu machen. Fantasiert gelegentlich über Auswanderung.

(3) der Homosexuelle: Ist nicht nur trans, sondern glücklicherweise auch noch lesbisch oder schwul. Engagiert sich für LGBTI-Rechte in aller Welt. Hauptberuflich homosexuell, im Kleingedruckten trans-engagiert. Über Letzteres wird gegenüber Außenstehenden ungern, oft gar nicht geredet. War vor der Transition bereits gleichgeschlechtlich orientiert und ist es, wie vielfach beklagt, dank Hormon-Substitution auch endlich wieder.

(4) der Anpasste: Wird auch als Sozial-Chamäleon bezeichnet. Hat rasch, erfolgreich und lückenlos von einem ins andere Geschlecht gewechselt und dafür ein neues Facebook-Profil angelegt. Bis auf gelegentliche Anfälle von Larmoyanz und Minderwertigkeitskomplexen unter Alkoholeinfluss völlig unauffällig. Bricht Kontakt zu jedem ab, der geschlechtlich nicht eindeutig zu verorten ist und/oder in seiner Nähe über „das T-Thema“ spricht.